Die Geschichte der Schilling

Schilling bis 1400

Als meißnischer Vasall erscheint zuerst ein Teodoricus Schilling als Ritter im Jahr 1285, kurz darauf ein Fridericus Schillinc 1288. In den nachfolgenden einhundert Jahren erscheinen einzelne Vertreter der Schilling teils auch als Dienstmannen auf der bischöflichen Burg Giebichenstein. Die genaue Familiengeschichte bleibt indes dunkel, bis schließlich im Jahr 1380 die Brüder Kuno, Thilo, Martin und Erhard ihre Zinsen, die sie aus dem Dorf Elsnig erhielten, dem Kloster Buch abtraten.

Abtretungsurkunde 1380

Sie standen dabei in einem Abhängigkeitsverhältnis mit den „Marschall von Bieberstein“, die ihrerseits bereits zum Stadtpatriziat der Stadt Freiberg gehörten. Neben den Schilling hatte auch die ebenfalls aus Freiberg gebürtige Familie von Freiberg Anteile an Elsnig. Diese Verbindungen sind insofern interessant, da auch ein Zweig der Schilling, mutmaßlich die Nachfahren Kunos, ihren Lebensmittelpunkt in den mittelsächsischen Raum verlegten und hier zwei Linien in Freiberg und Rochlitz bildeten.

Schilling ab 1400

Ältere Linie Rochlitz

Mit dem Aufstieg des Schlosses Rochlitz zu einer Hauptresidenz der Wettiner siedelten sich die Nachfahren von Kuno in diesem Umfeld an. Erster bekannter Vertreter in der Region war Simon Schilling, der eine wohltätige Stiftung zur Armenfürsorge 1457 testierte. Diese bestand noch im 19. Jahrhundert. Besonders eng ist die Geschichte des Geschlechts jedoch mit den Rochlitzer Saupengütern verbunden.

Caspar II. Schilling (+ 1532)
gut im Hintergrund zu erkennen das Familienwappen

Mindestens von 1470 an gehörten die Schilling ununterbrochen für 200 Jahre zu den Saupenfamilien, deren Höfe mit besonderen Rechten und Amtstätigkeiten aus den Dorfgemeinschaften herausgelöst waren. Der bedeutendste Saupe der Familie war Caspar II , der als Student, Rektor, Diakon, Superintendent und Oberpfarrer, Pfarrer (Bild mit Wappen) und späterer Landrichter im Amt Rochlitz stellvertretend für den Landesherrn Recht sprach.

Neben den Schilling saßen auch die Nebildow auf diesen Gütern, die wie die Schillings selbst, vermutlich aus dem niederen Ritterstand stammten. Das ist durchaus bemerkenswert, war doch der Priester Johannes Schilling 1422 Scholar in Zeitz zu jener Zeit, als Nikolaus Nebildow dort Stiftsherr war.

Jener war wiederum verwandt mit dem Naumburger Domherren Georg, der als Kanzler Friedrich des Sanftmütigen tätig wurde. Auch in Freiberg siedelten sich beide Familien an. Johannes selbst wurde schließlich Vikar im Stift Naumburg. Mit ihm beginnt die Tradition der akademischen Bildung und des geistlichen Standes, die sich besonders in einem Rochlitzer Zweig während des ganzen 16. Jahrhunderts hindurch hielt und von einem nach Pegau ausgewanderten Ast bis in das 19. Jahrhundert hinein weitergeführt wurde. Diesem wichtigen Zweig der Familie entstammt dann auch einer der bedeutsamsten Vertreter der Familie, der 1968 selig gesprochene Ordenspriester und Maler Karl Maria Schilling.